Schokoladiger Geburtstagskuchen mit Fruchtgummi

Oder: Wie man mit 40 noch einmal zum beliebtesten Kind auf dem Kindergeburtstag wird.

Man wird schließlich nur einmal 40.

Was ein bisschen überraschend kommt, wenn man vorher ungefähr elf Jahre lang 29 war, aber nun gut.

Und wenn schon runder Geburtstag, dann hatte ich offensichtlich keine Lust auf dezente Törtchen, filigrane Buttercremeblumen oder irgendetwas, das erwachsen und elegant „Forty & Fabulous“ flüstert.

Ich wollte Schokolade. Viel Schokolade. Und Fruchtgummi.

Also im Grunde einen Kindergeburtstagskuchen.

Nur mit Steuererklärung.

Und ich sage euch: Das war eine ausgezeichnete Entscheidung.

Entstanden ist ein richtig schön schokoladiger, fluffiger und gleichzeitig saftiger Rührkuchen, bei dem wir an Schokolade definitiv nicht gespart haben: Backkakao trifft auf geschmolzene Schokolade und kleine Schokostückchen im Teig. Und weil an dieser Stelle sowieso niemand mehr so tun muss, als würden wir einen Apfel essen, kommt oben noch eine ordentliche Schicht Vollmilchkuvertüre drauf.

Das Fruchtgummi ist dann quasi Obst.

Der offizielle Büro-Test

Ich hatte den Kuchen extra gebacken, um meinen Geburtstag nachträglich mit meinen Kolleg:innen im Büro zu feiern.

Und ich möchte an dieser Stelle nur sagen:

Es dauerte nicht lange.

Plötzlich tauchten Kolleginnen und Kollegen aus den umliegenden Büros auf und stürzten sich ungefähr mit der Gelassenheit einer Gruppe Geier auf den Kuchen.

Es wurde gelobt. Es wurde nachgenommen. Und einige haben sich direkt noch ein Stück für später eingepackt.

Und damit möchte ich mich an dieser Stelle offiziell für die Auszeichnung „Mitarbeiterin des Monats“ bedanken.

Ich weiß nicht, ob meine eigentliche Arbeitsleistung in die Entscheidung eingeflossen ist.

Vermutlich nicht.

Das allerletzte Stück konnte ich übrigens gerade noch für mich selbst sichern.

Und wenn ihr mich fragt, gibt es kaum etwas Besseres, als am nächsten Tag zu wissen:

Da ist noch Schokokuchen.

Future Me sagt Danke 🤎

Warum der Schokokuchen so schön saftig wird

Ich habe das Rezept bewusst etwas anders aufgebaut als einen klassischen Schokoladen-Rührkuchen. Statt einer riesigen Menge Butter verwende ich 250 g Butter und 100 g Frischkäse. Der Frischkäse bringt zusätzliche Feuchtigkeit in den Teig und sorgt zusammen mit der Mandelmilch dafür, dass der Kuchen schön saftig bleibt.

Und weil wir bei all der Schokolade, Butter und Kuvertüre natürlich irgendwo Kalorien sparen müssen, habe ich immerhin Frischkäse Balance genommen. Ich denke, damit haben wir wirklich alles Menschenmögliche getan 😂

Dazu kommen gleich drei Formen von Schokolade: Backkakao für den Teig, geschmolzene Schokolade für noch mehr Schokoladengeschmack und gehackte Schokolade für kleine Schokoinseln im fertigen Kuchen.

Ich habe für die geschmolzene und gehackte Schokolade eine Karamell-Salzbrezel-Schokolade verwendet. Die kleinen salzigen Noten passen richtig gut zum kräftigen Schokoteig.

Ihr müsst euch daran aber natürlich nicht halten. Nehmt einfach eure Lieblingsschokolade – Vollmilch, Zartbitter, Karamell oder was euer Süßigkeitenschrank gerade hergibt.

Beim Backen gilt vor allem: nicht totbacken.

Die Backzeit ist nur ein Richtwert, denn jeder Backofen backt anders. Die Stäbchenprobe ist deshalb bei diesem Kuchen besonders wichtig. Ein paar feuchte Krümel dürfen am Stäbchen hängen bleiben. Flüssiger Teig sollte es allerdings nicht mehr sein.

Schokoladiger Geburtstagskuchen

Für eine Backform von ca. 24 × 25 x 5 cm

Zutaten für den Schokoladenkuchen

  • 250 g weiche Butter
  • 100 g Frischkäse, bei mir Balance
  • 250 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eier, Größe M
  • 250 ml ungesüßte Mandelmilch
  • 400 g Dinkelmehl
  • 70 g Backkakao
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 gute Prise Salz
  • 100 g Schokolade, geschmolzen
  • 100 g Schokolade, fein bis grob gehackt

Für die Schokolade habe ich Karamell-Salzbrezel-Schokolade verwendet. Ihr könnt aber natürlich einfach eure Lieblingssorte nehmen.

Für die Deko

  • 200 g Vollmilchkuvertüre (Zartbitter auch super)
  • Fruchtgummi nach dem wissenschaftlich anerkannten Prinzip: so viel, bis es nach Kindergeburtstag aussieht

Zubereitung

Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und die Backform vorbereiten. Ich habe eine Silikonbackform mit ca. 24 × 25 cm verwendet, die ich nicht zusätzlich eingefettet habe. Verwendet ihr eine normale Backform, diese vorher gut einfetten und gegebenenfalls zusätzlich mit etwas Mehl oder Backkakao ausstäuben.

Butter, Frischkäse, Zucker und Vanillezucker cremig aufschlagen. Anschließend die Eier einzeln dazugeben und jeweils gut unterrühren.

100 g Schokolade vorsichtig schmelzen und etwas abkühlen lassen. Sie sollte noch flüssig, aber nicht mehr heiß sein. Anschließend unter die Butter-Ei-Masse rühren.

Dinkelmehl, Backkakao, Backpulver und Salz miteinander vermischen. Die trockenen Zutaten abwechselnd mit der Mandelmilch kurz unter den Teig rühren. Wirklich nur so lange rühren, bis sich alles verbunden hat.

Zum Schluss die gehackte Schokolade unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Form geben und glatt streichen. Den Kuchen bei 170 °C Ober-/Unterhitze ca. 45 – 50 Minuten backen.

Ganz wichtig: die Stäbchenprobe

Bei mir war der Kuchen nach etwa 48 Minuten genau richtig. Da aber jeder Backofen anders backt, ist auch diese Zeit nur eine Orientierung. Auch Größe und Form eurer Backform haben natürlich Einfluss auf die Backzeit: In einer größeren, flacheren Form ist der Kuchen schneller durchgebacken als in einer kleineren, höheren Form, logisch!

Schaut deshalb am besten ab etwa 40–45 Minuten nach eurem Kuchen und macht die Stäbchenprobe. Und falls ihr eine deutlich andere Backform verwendet: bitte nicht stoisch die 48 Minuten auf der Uhr abwarten, sondern ein kleines bisschen gesunden Kuchenverstand einsetzen 😂

Klebt noch flüssiger Teig am Stäbchen, braucht der Kuchen ein paar Minuten länger. Ein paar feuchte, schokoladige Krümel sind dagegen vollkommen in Ordnung – und sogar erwünscht.

Wir wollen schließlich einen saftigen Schokokuchen und keine Schokoladen-Sahara.

Wird die Oberfläche schon recht dunkel, während die Mitte noch etwas Zeit braucht, den Kuchen einfach locker mit Backpapier abdecken und weiterbacken.

Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig oder zumindest weitgehend auskühlen lassen.

Jetzt wird tapeziert

Für die Deko die Vollmilchkuvertüre schmelzen, kurz abkühlen lassen und großzügig über dem Kuchen verteilen.

Und mit großzügig meine ich: Wir haben 200 Gramm. Benutzt sie 😂

Direkt anschließend das Fruchtgummi auf der noch weichen Kuvertüre verteilen und die Schokolade fest werden lassen.

Dann nur noch versuchen, den fertigen Kuchen länger als fünf Minuten unbeaufsichtigt in einem Büro stehen zu lassen.

Viel Erfolg dabei.

Noch ein Tipp zur Portionsgröße

Der Kuchen ist reichhaltig – wir reden schließlich von einem Geburtstagskuchen mit Kakao, geschmolzener Schokolade, Schokostückchen und einer ordentlichen Kuvertüreschicht und nicht von einem Reiswaffelauflauf.

Aus der Form lassen sich deshalb problemlos 20–24 kleinere Stücke schneiden. Gerade fürs Büro oder ein Kuchenbuffet finde ich das ideal. Und wer mehr möchte, kann sich schließlich jederzeit ein zweites nehmen.

Außerdem lässt sich der Kuchen wunderbar am Vortag backen. Er bleibt schön saftig – was ich dank des letzten Stücks, das ich erfolgreich vor meinen Kolleg:innen retten konnte, auch am Folgetag noch einmal persönlich überprüfen durfte.

Und genau so mag ich Geburtstagskuchen:

Wenn schon Kuchen, dann soll er sich auch nach Kuchen anfühlen 🤎

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